Wann ich angefangen haben mich mit Ernährung zu beschäftigen und wohin mich mein Weg geführt hat

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Es ist schon sehr lange her, dass mein Interesse für solche Themen geweckt wurde. Schon während meiner Schulzeit, als der Begriff „vegan“ noch gar nicht in aller Munde war und diese Idee der Ernährung noch gar nicht so verbreitet wie sie es heute ist, habe ich erste Bücher dazu gelesen. Zu dieser Zeit konnte ich kein bisschen kochen oder mir selbst eine Mahlzeit zubereiten. Meine Mama versuchte zwar schon sehr früh mich dafür zu begeistern und lockte mich oft in die Küche. Jedoch war es für mich nie wirklich interessant bspw. einen unheimlich aufwändigen Kasslerbraten zuzubereiten, dessen Vorbereitung die ganze Wochenendplanung sprengt. Auch war es für mich eine komische Vorstellung eine Tomatensoße aus Ketchup angereichert mit Mehlschwitze (eventuell mit angebratenen Würstchen) zu „kochen“. Ich aß als Kind und Jugendliche zwar alles zu Hause mit, doch mein Geschmack entwickelte sich ein bisschen individueller und in eine ganz andere Richtung.

Ich erinnere mich an ein Buch, auf welches ich in der Bibliothek gestoßen bin, dessen Namen ich jedoch nicht mehr nennen könnte, das die unvergleichlichen Vorzüge der Rohkost darstellte und es inspirierte mich zu lesen, dass es Menschen gibt, die wahnsinnig alt geworden sind, einzig, weil sie sich komplett rohköstlich ernährt haben. Nachdem ich dieses und noch weitere Bücher förmlich verschlungen habe und mich genug mit Rohkost beschäftigt hatte, reizte es mich sehr und so startete ich damals mit meinen vielleicht gerade mal 16 Jahren sogar ein Selbstexperiment und versuchte mich so lang möglich von „roher“ Kost zu ernähren. Das Experiment hielt gerade mal einen Tag an, denn ich war natürlich vollkommen damit überfordert von heute auf morgen meinem Alltag so immens umzustellen. Die Varietät der Rohkost war mir damals gar nicht bewusst und mir fehlten schlichtweg die Ideen, so aß ich ausschließlich Obst und Gemüse, welches natürlich überhaupt nicht ausreichend war, um satt zu werden und dazu einfach langweilig. Zu dieser Zeit waren auch noch nicht so unzählig viele Kochbücher in den Läden erhältlich, wie es heute der Fall ist. Ich beendete meinen Selbstversuch, als ich am späten Nachmittag auf einer Möhre rumknabberte und es meinen Hunger und Appetit so ganz und gar nicht befriedigte. Ein Austausch war noch dazu kaum gegeben, weil jeder diese Idee sogar abtat mit „Ach, das kann ja gar nicht funktionieren!?“ Ein weiteres Problem stellte natürlich dar, dass die Ernährung nur ein Teil dieser ganzen Idee ist und auch wenn ich natürlich gelesen hatte, dass man als Rohköstler z.B. keine Medikamente zu sich nimmt, war es für mich zu diesem Zeitpunkt undenkbar keine Aspirin mehr zu nehmen, meine Pille abzusetzen, uvm.

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Zunächst scheiterte ich also wahrhaftig, doch mein Interesse blieb weiterhin. Ich las verschiedenste Bücher zu unterschiedlichsten Ernährungsformen und zu Diäten. Als Beispiele sollten hier nur „Trennkost“, „GLXY-Diät“ genannt sein, auch stolperte ich immer wieder über dem Ansatz des „Säure-Basen-Haushalts“. Jedoch war alles mein Wissen wohl nur ein Bruchteil von dem, was es heute ist. Dass ein Unterschied zwischen einer „Diät“ und einer langfristigen Einstellung oder Vorstellung zum Essen besteht, wurde mir im Laufe der Zeit bewusst. Ganz zu Beginn nahm ich z.B. an, eine rein basenüberschüssige Ernährung sei eine Diät, heute ist es für mich eine Lebenseinstellung. Immer wieder startete ich neue Versuche, probierte vieles aus und lernte so mit der Zeit zu kochen.

Im Laufe der Jahre fing ich auch an mich für andere Dinge zu interessieren. Ich beschäftigte mich weniger intensiv mit Ernährung im medizinischen Sinne, dafür rückte nun auch der Sport in den Vordergrund: ich begann zu laufen, fuhr wahnsinnig viel Rad und besuchte Yogakurse. Stets hielt ich das Kochen als große Leidenschaft bei und genoss es nach wie vor mich mit anderen darüber auszutauschen. Die WG, in der ich während meiner Ausbildung wohnte, war daher wie gemacht, um manch eine Mahlzeit wahrhaftig zu zelebrieren. Nach und nach veränderte sich für mich auch die Bedeutung von „gesund“.

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Im August 2011, eine Weile nach Beendigung meiner Ausbildung, ging ich ins Ausland. Es zog mich dabei sehr in die Ferne und ich begann als Sprachtherapeutin in einem internationalen Kindergarten in Peking zu arbeiten. Falls ihr jetzt diese Zeile noch einmal lest und euch fragt, ob hier ein Tippfehler zu finden ist – nein, richtig gelesen! 🙂

China ist ein wahnsinnig spannendes Land, und wie sehr es mich in Bezug auf meine Essgewohnheiten geprägt hat, merkte ich erst viel später.

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Auch, wenn ich nie wirklich viel Fleisch aß, in China entschied ich mich nach einigen Monaten zu einer rein vegetarischen Ernährung. Die Gründe hierfür kann sich manch einer sogar denken – jedoch gab es zu der unklaren Herkunft mancher Lebensmittel noch ein weiteres Schlüsselerlebnis für mich: meine amerikanische Mitbewohnerin bereitete ein Abendessen zu und fand es äußerst amüsant mit dem toten Hühnchen, welches bereit war in den Ofen geschoben zu werden, ein Selfie zu machen, um es dann auf Facebook zu posten. So hielt sie den geschorenen, zart rosa Kopf des Hühnchens neben ihr Gesicht und lächelte übertrieben in die Kamera. Dies war der erste Tag  in meinem Leben, an dem mir der Appetit auf das Essen reichlich verging.

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Mein erstes rein veganes Essen genoss ich Anfang 2013, als ich Freunde in Hongkong traf. Lacey, eine ehemalige Arbeitskollegin von mir, und ihr Ehemann leben (noch heute) rein vegan und zeigten mir ein wunderbares, super leckeres, absolut veganes Restaurant. Auch überzeugten mich die beiden mit ihrer einzigartigen veganen Eiscreme auf Kokosbasis „Happy Cow“, die sie ungefähr zu diesem Zeitpunkt auf den chinesischen Markt brachten. Ich erinnere mich noch an die geniale Kombination der Sorte „Lime in the coco“. Die Idee war entstanden, als sie im Süden China sehnlichst nach veganer Eiscreme suchten und dann entschieden die Eigenproduktion ausweiten. Nach einem rasanten, explosionsartigen Wachstum und Belieferung von ca. 80 Geschäften in ganz China wurde „Happy Cow“ 2016 (leider) verkauft.

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Ich lebe nun seit 2013 in Berlin. Meiner Leidenschaft, dem Kochen, und meinem Interesse für gesunde Ernährung, bin ich treu geblieben. Ich habe hier viel Inspiration gefunden, interessante Menschen kennen gelernt und in sehr leckeren Lokalen gegessen. Mit der Zeit integrierte ich immer mehr vegane Rezepte in meinen Alltag, wurde vertraut mit Alternativen und konnte den Verzehr vieler Lebensmittel einfach nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren. Instinktiv wusste ich, dass tierische Produkte nicht gut für meinen Körper sein können. Dennoch machte ich natürlich hier und da eine Ausnahme und wollte mir keine dogmatische Ernährungsform auferlegen.

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Je mehr jedoch das Bewusstsein für meinen Körper wuchs, um so mehr spürte ich, dass etwas nicht stimmte. Immer öfter hatte ich Magenschmerzen, bzw. Probleme mit der Verdauung, fühlte mich schlapp und hatte plötzlich Migräneattacken, wie ich sie vorher nicht kannte. Die Gewichtsschwankungen konnte ich mir überhaupt nicht erklären, zumal ich ja nun bereits weitgehend vegan aß. Ich hatte sogar das Gefühl, dass mir tagtäglich überdurchschnittlich viel Haare ausfielen. Aus dem Familienkreis kamen ja schon lange die „Empfehlungen“, ich solle mal wieder ein richtiges Stück Fleisch essen, dann bekäme ich mehr Farbe im Gesicht und es ginge mir bestimmt bald besser. Nun gab mir auch die Hausärztin den gut gemeinten Rat, ich solle mehr Brot essen wegen der wichtigen B-Vitamine. Dazu wurde mir eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert und L-Thyroxin sollte Abhilfe schaffen. Von anderer Seite kam dann die Empfehlung abends keine Ballaststoffe zu essen.

Ich begann mehr und mehr zu recherchieren und krempelte recht bald mein Leben komplett um. Ich startete mit einer Darmkur zur Entgiftung, kombiniert mit Basenfasten und ernährte mich im Folgenden basenüberschüssig. Ein halbes Jahr später war ich sogar bereit für ein vollständiges Fasten. Körperlich ging es mir nach und nach besser und ich glaubte wieder an das was ich tat. Ich begann in dieser Zeit auch vollständig auf Kosmetik zu verzichten sowie auf Medikamente der klassischen Schulmedizin.

Durch eine Recherche im Internet stieß ich wenig später auf eine ganzheitlich orientierte Ärztin, die mich und meine Symptome erstmals ernst nahm. (Sämtliche Ärzte und auch eine Gastroenterologin konnten mir bis dahin in keiner Hinsicht weiterhelfen.) Die Durchführung eines vollständigen Unverträglichkeitstest und ein Darmprofil waren für mich sehr aufschlussreich und bestätigten das, was ich bis dahin zum Teil schon vermutete: eine Unverträglichkeit gegenüber Kasein, Gluten sowie Mandeln. Auch Eier und Fisch kann mein Magen, bzw. Darm nur erschwert verdauen. Dies war genau die Bestätigung für mich und seither ernähre ich mich rein pflanzlich und auch glutenfrei, ohne Ausnahmen und ohne wenn und aber. Damit geht es mir viel besser, meine Verdauung hat sich weitgehend reguliert. Ich habe mehr Energie und fühle mich rund um wohl!

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Ich möchte dich durch meinen Blog ermutigen an das zu glauben, was du selbst fühlst und was du brauchst. Es gibt sicherlich viele Erkrankungen, die ausschließlich von Ärzten diagnostiziert und behandelt werden können. Vor allem jedoch bezüglich der Unverträglichkeiten ist noch vieles unerforscht und meistens nicht von der klassischen Schulmedizin anerkannt. Es gibt in der heutigen Zeit keine klare Richtlinie mehr für „gesunde“ Lebensmittel, auch wenn es in vielen Büchern so geschrieben steht. Was für den einen gesund ist, kann für den anderen ein wirkliches Leid bedeuten. Jeder muss für sich individuell seinen Weg finden. In gewisser Hinsicht gibt uns unser Körper vor, was wir brauchen, doch auch die Umwelt, d.h. wo wir wohnen und was wir tun und wovon wir umgeben sind, ist eine große Komponente. Solange wir die Signale unseres Körpers ignorieren, wird er irgendwie einen Weg finden, und auf sich aufmerksam machen.

Selbst gemachter Kokos-Joghurt

Ich habe der Einfachheit halber hier nur einige Themen angerissen, werde jedoch in ausführlicheren Beiträgen auf das eine oder andere zu sprechen kommen und näher erläutern. Falls du dennoch vorab schon Fragen hast, schreib mich einfach an!

Alles Liebe,

Coco

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