Fermentierter veganer „Käse“ – Cashewbert

am
img_4325a
Fermentierter veganer „Käse“ – Cashewbert

Vor einer Weile überkam mich der Gedanke meine Reiswaffeln mal wieder etwas kreativer zu belegen. Da ich bei so manch einem veganen (Frühstücks-)Buffet schon optisch inspiriert wurde, hatte ich auch neugierig mal recherchiert, ob es solche käse-ähnlichen, veganen Scheiben auch käuflich zu erwerben gibt. Leider hat mich die Liste der Inhaltsstoffe dann doch etwas abgeschreckt – zumeist sind diese mit Stärke oder sonstigen Zusätzen gestreckt, um die Festigkeit zu erhalten. Das hat mir dann gleich wieder der Appetit genommen. Nur eine schlechte Alternative der Überzeugung wegen? Nein danke.

So recherchierte ich weiter und fragte mich, ob es denn nicht möglich sei sich etwas auf pflanzliche Weise selbst herzustellen, was dem von Tieren stammenden Käse ähnlich ist. Immer wieder stieß ich auf den Begriff der Fermentation und die Idee dahinter klang recht simpel. Alles andere was man für einen veganen „Käse“ braucht, hat man wahrscheinlich vorrätig im Küchenschrank, denn vieler Zutaten bedarf es wirklich nicht.
So kam ich recht schnell zu meinem ersten Fazit: die Herstellung eines selbsthergestellten pflanzlichen „Käses“ ist gar nicht so schwer wie ich zuvor angenommen hatte und nimmt nur wenig Zeit für die Zubereitung in Anspruch. Das kommt mir wie immer sehr entgegen – so bleibt mehr Zeit für noch weitere Kreationen 🙂 Im Vergleich zu denen im Supermarkt erhältlichen Scheiben umgeht man bei der frischen Zubereitung dann auch den Prozess der künstlichen Verarbeitung und spart sich dazu noch sämtliche Konservierungsstoffe, ein absoluter Vorteil also.

img_4335a
Fermentierter veganer „Käse“ – Cashewbert

Nachdem ich nun den einen oder anderen Versuch gewagt habe und im Mengenverhältnis ein bisschen rumexperimentiert habe, möchte ich nun eine kurze Anleitung geben. Doch zuvor möchte ich noch kurz auf den Begriff der Fermentation eingehen:

Fermentation bedeutet in der Biologie bzw. Biotechnologie die enzymatische Umwandlung organischer Stoffe in Säure, Gase oder Alkohol. Es ist eine tolle Zubereitungsmethode für Lebensmittel. Früher wurde z.B. sehr viel Gemüse mit Hilfe probiotischer Mikroorganismen fermentiert und in Gläser eingemacht, um es haltbar zu machen. So standen den Menschen auch im Winter nicht nur wichtige Nähr- und Mineralstoffe, sondern auch wertvolle probiotische Darmbakterien zur Verfügung.
Je nach Lebensmittel kann man auf unterschiedlichste Weise fermentieren. Dazu eignen sich u.a. Probiotika in Kapselform, die man auch im Rahmen einer Darmsanierung nimmt und üblicherweise in der Apotheke oder (noch günstiger) im Online-Versand erhält. Diese probiotischen Kulturen tun auch in Lebensmitteln ihr Bestes 🙂

Da dieser „Käse“ auf Basis von Cashews optisch und auch geschmacklich an einen herkömmlichen Camembert erinnert, finde ich den Begriff „Cashewbert“ wirklich passend! 🙂

Für einen Cashewbert (15cm Durchmesser) benötigt man:img_4345a

  • ca. 200g Cashews (über Nacht eingeweicht)
  • 1 Messerspitze Salz
  • 4 Probiotika
  • ggf. 1 EL gefiltertes Wasser

Zunächst werden die eingeweichten Cashews abgegossen und abgespült und zusammen mit dem Salz in die Küchenmaschine gegeben. Die Probiotika werden geöffnet und der Inhalt komplett mit in die Masse hinein gegeben. Anschließend wird alles kleingemixt. Wichtig ist, dass eine sehr cremige Konsitenz entsteht und die Cashews relativ klein gemixt werden, damit der Cashewbert später nicht zu bröselig wird. Falls die Masse zu trocken ist, gibt man noch einen EL gefiltertes Wasser hinzu und mixt alles noch einmal ordentlich durch.

Nun wird eine kleine Back- oder Springform mit Backpapier ausgelegt und an den Seiten hochgedrückt. Hierbei sollte noch genug an den Seiten überlappen, das die komplette Form später damit zugedeckt werden kann.

Dann gibt man die vollständige Masse aus der Küchenmaschine in die Form und streicht die Oberfläche glatt. Dann wird der zu fermentierende Käse mit dem an den Seiten überstehenden Backpapier zugedeckt (eventuell mit einem Band etwas befestigen) und kann an einem warmen, trockenem Ort für mindestens 48 Stunden ruhen. Ich habe meinen Cashewbert direkt neben der Heizung im Schlafzimmer stehen lassen und es hat wunderbar funktioniert. Anfangs dachte ich, dass man aufpassen muss, dass es z.B. nicht zu warm wird – da es sich hier jedoch nicht um ein „Milchprodukt“ handelt, sondern schlichtweg um Nüsse mit probiotischen Kulturen, kann eigentlich gar nichts passieren, eher im Gegenteil 🙂

img_4331a
Fermentierter veganer „Käse“ – Cashewbert

Nach 2 Tagen kann der Cashewbert aus seinem Versteckt geholt und probiert werden. Er kann nun im Kühlschrank aufbewahrt werden oder auch ansonsten an einem Ort mit normaler Zimmertemperatur – man kann davon ausgehen, dass er nur noch besser wird, je länger er fermentiert!

Der Cashewbert hat eine cremige Konsistenz, ist jedoch fest genug, um in Scheiben geschnitten zu werden. Er macht sich ganz wunderbar als Belag für ein Brot und ist in Kombination mit einem (veganen) Aufstrich wirklich ein Traum!
So einfach und schnell hergstellt – ich hoffe, ich konnte den einen oder anderen inspieren auch mal einen Cashewbert auszuprobieren! 🙂

img_4322a
Fermentierter veganer „Käse“ – Cashewbert
Advertisements

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Elke Hollaender sagt:

    guck mal hier: http://www.happy-cheeze.com/

    Happy Cheeze – Happy Cheeze http://www.happy-cheeze.com Über Uns Von glücklichen Cashews, für glückliche Menschen Wir stellen handgemachte vegane Käse-Alternativen aus fermentierten Cashewkernen her.

    ________________________________

    Gefällt mir

    1. Coco sagt:

      Liebe Elke, danke für deine Nachricht und die Info – habe eben mal auf der Seite geschaut…klingt total super! Toll, dass es so etwas gibt 🙂 Mir wäre es persönlich jedoch ein wenig zu teuer, ich bereite dann lieber meinen eigenen „Käse“ zu 😉

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s